P4 superleise


Eines Tages bekam Jens ein sehr großzügiges Geschenk von einem Wanderfreund
(an dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Franz Meier).

Es handelte sich um einen Fujitsu/Siemens T-Bird : Von der Grundausstattung her also ein solides Arbeitspferd, aber leider auch sehr laut,
sodass sich für uns die Gelegenheit für ein paar Tage Basteln und Tuning bot.


Tuning :

Folgende Teile haben wir dem Computer noch aus dem Hardwaredepot der Familie spendiert : Jetzt war der PC leider noch lauter und der Vergleich mit einem startenden Flugzeug war nicht mehr von der Hand zu weisen.
Also ran an die Arbeit !

Silencing :

Die Festplatte
Die Festplatte haben wir zunächst mal in ein Dämmgehäuse von www.silentmaxx.de verbannt. Dieses Gehäuse reduziert vor allem das Laufgeräusch einer Festplatte praktisch auf Null und kühlt gleichzeitig hervorragend. Es ist momentan Standard in unseren Familien-PCs.
Bei der wirklich sehr lauten Seagate-Platte erreichten wir sicher eine Geräuschreduktion um 90 %.
Der CPU-Lüfter
Der Prozessor wurde von einem 60mm Lüfter effektiv, aber eben auch sehr laut gekühlt. Hier haben wir einen Adapter auf 80mm angebracht und darauf thront nun ein leiser 80mm Lüfter (Typ SF80S), der immerhin auch 33 Kubikmeter Luft pro Stunde durchschaufelt und mit 12 dba praktisch unhörbar ist. Beides sind ebenfalls Produkte von www.silentmaxx.de
Das Netzteil
Nachdem die ersten beiden Komponenten eingebaut waren, war zum erstem Mal das Netzteil selber hörbar. Es war nicht besonders laut, aber im Hardwaredepot befand sich noch ein 350 Watt NoName Silentnetzteil mit 120mm temperaturgeregeltem Lüfter, was wir dem PC auch noch spendiert haben. Gekauft hatte ich das Teil mal bei ebay

Die Grafikkarte
Jetzt hatten wir einen schönen, flüsterleisen PC und nahmen die ASUS 7700 in Betrieb. Der 40mm Lüfter auf dieser Grafikkarte erwies sich sofort als echter Schreihals, aber wie könnten wir den ruhig stellen ?

Hier sieht man die ASUS 7700 im Urzustand. Es ist wirklich unglaublich, wieviel Krach so ein kleiner Lüfter machen kann.

Hier und da werden bei Ebay auch 40er Lüfter für Grafikarten als "leise" angeboten.
Wenn sich dann mal einer traut dBa-Angaben dazu zu machen, steht oft etwas im Bereich zwischen 25 und 35 dBa dabei.

Das ist natürlich NICHT leise !!!
Beim Suchen im Internet war ich auf den Zalman NB-47 Chipsatzkühler gestoßen, der von den Maßen her auch auf den Grafikchip unserer ASUS 7700 passen würde, und ich hegte schon die "stille" Hoffnung, die Grafikkarte mit diesem Kühler eventuell sogar komplett passiv gekühlt betreiben zu können.










Mit einer Flachzange und 4 Händen (Jens und ich) wird zunächst der Schreihals entfernt. Hier sieht man noch die Wärmeleitpaste zwischen Grafikchip und Kühlkörper.










Dann wird die Wärmeleitpaste mit einem einfachen Tempotaschentuch entfernt und die Karte auch nochmal mit einem Staubsauger vom Staub befreit.

Hier ein Blick auf die nackte Schönheit ;-)









Jetzt wird der Kühlkörper montiert. Das Schwierigste hierbei war, die Befestigungsarme des Zalman so zu justieren, dass die Lochabstände mit denen der Grafikkarte übereinstimmten. Die Befestigungsarme am Zalman werden mit sehr kleinen Muttern in einem Schlitz im Kühlkörper arretiert. Das war eine ziemliche Fummelei, die wir auch wieder nur mit 4 Händen und viel Geduld auf die Reihe bekommen haben. Gottseidank verzeihen die Federstifte, die dann in die Löcher geschoben werden kleinere Ungenauigkeiten.

Hier das fertige Endprodukt - ein ganz schöner Brocken !



Jetzt kam der Moment der Wahrheit.
Zunächst mal gehen 2 PCI-Steckplätze verloren. Gut, das war aufgrund der Ausmaße des Kühlers klar und da wir mit der Netzwerkkarte das letzte noch fehlende Gerät bereits installiert hatten auch nicht weiter schlimm. Man sieht hier von unten :
  • 56k Modem im AMR-Slot
  • 1 freier PCI-Slot der fürs Modem verloren geht
  • Netzwerkkarte
  • 3 freie PCI-Slots (vieeel Platz für den Zalman-Kühlkörper)
  • ASUS 7700 Grafikkarte
Theoretisch wäre also sogar noch ein Steckplatz verfügbar !.

Das eigentliche Problem kam jetzt :
Die Graka wird nämlich schon im Normalbetrieb so heiß, dass man sie fast nicht mehr anfassen kann (geschätzte 45-50 Grad). Das liegt zwar noch innerhalb der Spezifikationen der Karte, da wir aber auch auf einen absturzfreien Betrieb und auf lange Lebensdauer Wert legen, kommen wir zum Entschluß, dass hier dem Zalman ein bischen Wind zugefächelt werden sollte.

Im Seitenteil des PC-Gehäuses befinden sich direkt über der Grafikkarte Luftschlitze, sodass die Idee auf der Hand liegt, hier ein bischen Luft für unsere Graka zu beschaffen.
Hier haben wir uns für einen Papst 8412-NGLLE entschieden, der mit seinen 22 Kubikmeter Luft pro Stunde und 9! dBa momentan der König der leisen Lüfter ist. Für die Aufhängung hat Jens sofort seinen Metallbaukasten geplündert. Auf diese Weise brauchten wir nicht einmal Befestigungslöcher ins Seitenteil zu bohren.





Das Ergebnis kann sich sehen bzw. hören lassen.
Wir haben jetzt ein schönes, leises Arbeitsgerät mit dem man bis auf High-End-Spiele auch noch spielen kann. Unser alter "Kindercomputer" wird damit gleichzeitig in den Ruhestand versetzt.