MINI-PC low-voltage, lüfterlos, supersilent


Alle 4 Wochen wenn in unserer schönen Gemeinde der Elektroschrott abgegeben wird ist für Jens und mich Feiertag.
Dann stehen wir mit gezückten Zangen und Schraubenziehern auf dem Bauhof und schauen, was der Acker so abwirft.
Eines Tages lag dort ein alter Tandon 286 in einem bezaubernden Minigehäuse, dem wir nicht widerstehen konnten.
Diese nicht sehr geläufige Bauform nennt sich LPX. Zufälligerweise gab es gerade bei Ebay ein passendes Motherbboard Elitegroup P5LX-TA hierfür, das wir gleich ersteigert haben.

Das Motherboard wurde mit einem herumliegenden P133 bestückt und schon mal eingebaut.



Hiermit war die Idee geboren, sich einen PC als Saugmaschine zu bauen, der folgende Anforderungen erfüllen sollte :

Aber jetzt gingen die Probleme eigentlich erst los :




Das Netzteil war viel zu laut


Nach der ersten Euphorie, erwies sich das Tandon-Gehäuse leider als etwas widerspenstig.
Das Netzteil war mit dem Gehäuser vernietet und auch der Lüfter hatte mit ca.35 mm ein etwas exotisches Format. In dieser Klasse gibt es eigentlich keine leisen Lüfter :(
Ausserdem lasse ich Netzteile eigentlich gerne zu.

Bei Ebay haben wir dann einen alten 486 von Siemens-Nixdorf ersteigert (auch LPX-Bauform), der mit einem PASSIVEN Netztteil ausgestattet ist.

Also haben wir den alten Tandon kurzerhand wieder entsorgt und das neue Gehäuse "entkernt".
Unser Motherboard musste also nochmal umziehen und hier sieht man es bereits in seinem neuen Zuhause.


Der lange metallische Brocken auf der linken Seite, das ist ALLES Netzteil !
Das war eben noch Qualität damals ;-)

Was aus den alten PCs noch irgendwie von Wert war (Riserplatinen und RAMs) wurde wieder bei Ebay vertickert :-)

Leider waren die FrontLEDs nicht mit Standardpfostensteckern, sondern mit einem einzigen sehr proprietäten Stecker mit dem Motherboard verbunden.
Also den alten Stecker schnell abgeknipst und 2 passende Kabel mit Steckern aus dem Schrott angelötet.
Jetzt leuchten die LEDs schon mal wieder freundlich :-)



Der Prozessorkühler war viel zu laut !

Schon von Anfang an wollten wir den P133 passiv kühlen.
Also den größten vorhandenen Kühlkörper aus dem Hardwaredepot genommen
und erstmal frustriert festgestellt, dass da eine Menge Kondensatoren auf dem Motherboard im Wege standen.
Also haben wir fröhlich Säge und Feile gezückt und den Kühlkörper "zurechtgeschnitzt"


Hier sieht man den Kühlkörper einmal in seinem Urzustand, und dann bereits passend eingebaut.

Jetzt wurde der Kühlkörper unangenehm heiss

Der Prozessor vom Typ P54C ist angegeben mit einem max.Stromverbrauch von 11 Watt
und einer max.Betriebstemperatur von 70 Grad, man hätte es also mal mit ihm versuchen können,
aber es ergab sich die Gelegenheit, dass Jens beim Elektroschrott ein altes Notebook
mit einem P133-MMX-Mobile Prozessor gefunden hat.
Da dieses Notebook den Geist aufgegeben hatte, wurde es als Organspender missbraucht.
Der Mobile-Prozessor verbraucht nur noch 8 Watt maximal und ist zugelassen bis 85 Grad.

Der Kühlkörper beleibt jetzt auch beim Dauerbetrieb etwa handwarm,
sodass auch bei geschlossenem Gehäuse keine Temperaturprobleme zu erwarten sind.

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Das Gehäuse war zu flach

Die Riserplatine, die bei unserem Motherboard dabei war, passte im SieNix-Gehäuse aufgrund der Höhe nicht, und auch für die exotischen Audio- und USB-Connectoren war an diesem Gehäuse kein Platz :(
Die Brücke, die auch die Festplatte aufnehmen sollte, haben wir kurzerhand zurechtgeflext, die Kanten liebevoll mit der Feile geglättet und mit Isolierband versehen.
Da wo früher die Festplatte saß, machen sich bei unserem Sockel 7 Board die SDRAMs breit.
Also verzichten wir auf ein Diskettenlaufwerk und bauen die Festplatte dort ein, wo vorher das Diskettenlaufwerk saß.
Als Ersatz für das Connectorpanel, haben wir ein handelsübliches 3,5 Zoll Frontpanel besorgt, für das jetzt natürlich wieder kein Platz war.
Der Anschluß der USB-Pfostenstecker war übrigens nicht trivial, da die Belegung der Pins nicht aus dem Handbuch herauszubekommen war. Ein verpolter USB kann schon mal die Sicherung (kleiner SMC-Baustein auf dem Motherboard) in den Tod schicken, und damit wäre das ganze Board verloren.


Hier habe ich Blut und Wasser geschwitzt und den Leiterbahnverlauf auf dem Connectorpanel mit den Beschreibungen auf auf http://www.hardware-bastelkiste.de/ verglichen. Die OnboardSoundkarte habe ich kurzerhand deaktiviert (zieht nur unnötig CPU). Wichtig ist nur, dass wir einen Anschluß für die USB-Ethernetkarte haben, damit unsere Maschine ins Netzwerk kann.



Auf der Gehäuserückseite haben wir das Trägerblech für den einzigen ISA-Slot den der SieNix hatte ausgebaut, und hier einen hervorragenden Platz für das Frontpanet gefunden. Für die Befestigung hat Jens wieder einmal Teile aus seinem bewährten Metallbaukasten zur Verfügung gestellt. Das Frontpanel wurde auf diese Weise also zum "Rearpanel"




Die Festplatte

Als Festplatte kommt eine Seagate Barracuda ST340016A 40 GB Platte zum Einsatz, die mit 0,7 Sone so ziemlich das Leiseste ist, was man momentan bekommen kann. Platz für eine Festplattendämmung ist ohnehin keiner vorhanden. Aufgrund des Alters des Motherboards musste die Platte per Jumper auf 32 GB reduziert werden.


Jetzt streckte die Festplatte, die übrigens mit ihren 7200 Umdrehungen auch nicht unerheblich für Wärme im Gehäuse sorgt, etwas unschön ihr Hinterteil aus den ehemaligen Diskettenlaufwerksschacht.

Ein alter (farblich zum SieNix-Logo passender ;-)) Kühlkörper war schnell gefunden und auf die passende Größe zurechtgesägt (danke Bernie!)
Mit meiner Spezialmischung ;-) wurde der Kühlkörper befestigt, sodass jetzt auch noch durch den Diskettenschacht Wärme aus dem Inneren des PCs abgeführt wird.

Ausserdem siehts cool aus :-)














Das Endprodukt



















Hier die endgültige Teileliste :